Gemeindebriefe

Gemeindebrief Nr. 181 September bis November

2014 | Ausgabe 181 | September - November

10.05.2017 | 2,2 MiB

Arbeit für den Frieden ist Arbeit, die sich lohnt!

Denn Krieg ist nicht mehr weit weg, auch wenn der Friede bei uns noch selbstverständlich erscheint.

Nur um das Selbst-verständliche kümmern wir uns wenig, weil es ja selbst verständlich ist.

Doch die Nachrichten und Bilder aus der Ukraine, aus Israel und dem Gasahstreifen, Irak und Syrien, aus vielen anderen Ländern kommen täglich bei uns an. Ungeheuer viele Menschen sind auf der Flucht, um einfach nur am Leben zu bleiben. Wir wissen von den Flüchtlingslagern genauso, wie von den Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer. Bei älteren Menschen werden eigene Erinnerungen wach. Bei jungen Menschen schleicht sich vielleicht das Gefühl ein, hinter der täglich geübten Perspektive des Einzelkämpfers im Computerspiel könnte noch eine ganz andere Realität stecken, die wirklich grausam und endgültig ist. Und die Auswirkungen von Sanktionen und Embargobeschlüssen werden wir vielleicht alle im Alltag zu spüren bekommen.

Hätte man das nicht verhindern können?

„Krieg soll nach Gottes willen nicht sein!" machte die Evangelische Kirche in Deutschland angesichts des Irakkrieges 2003 sehr deutlich. Doch das ist schon lange her. Und die gezielte Destabilisierung von Staaten, Machtbestrebungen und wirtschaftliche Erwägungen oder die gezielte Radikalisierung ganzer Bevölkerungsgruppen sind immer noch an der Tagesordnung – nicht nur in fernen Ländern. Sie führen überall auf der Welt immer wieder zu Auseinandersetzungen, in denen Leben, Familien, Hoffnung und Wohlstand zerstört werden. Viel zu viele schüren Konflikte und opfern Leben anderer Menschen, weil sie sich einen Gewinn davon versprechen. Und es ist einfacher, wegzusehen oder Vorurteilen zu folgen, als sich in die Situation des anderen Menschen hinein zu versetzen.

Dabei wäre es der viel größere Gewinn für die Menschen -- wenn auch nicht der größere Gewinn für Einzelne – füreinander einzutreten und für den Frieden zu arbeiten.

Im November liegt der Volkstrauertag. Doch nicht allein die Trauer, die zurück blickt, sondern auch die Arbeit für den Frieden, die voraus blickt, soll uns beschäftigen.

Wir selber können etwas für den Frieden tun. Es ist gar nicht so schwer. Wie das geht, sagt uns Gott durch den Propheten Jesaja im Monatsspruch für den November:

Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen. Jesaja 1,17

Dieses Wort Gottes gilt in der Familie genau wie im Ort, im Vertrauten Kreis und im Umgang mit Fremden und Flüchtlingen aus anderen Ländern:

Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft denen, denen ihr Recht und ihre Lebensgrundlage genommen wurden. Dann wird der Gewalt der Boden entzogen.

Und wir alle gewinnen --- den Frieden!

Uwe Büttner, Pastor

Gemeindebrief Nr. 180

2014 | Ausgabe 180 | Juni August

10.05.2017 | 1,9 MiB

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Andacht

Wir werden satt von den reichen Gütern deines Hauses und du tränkst uns mit Wonne wie mit einem Strom (Psalm 36)

Die reichen Güter des Gotteshauses werden in unserem Titelspruch besungen. Als Sehnder denkt man vielleicht zunächst an den neu gedeckten Turm und was er gekostet haben könnte. Oder an die Verzierungen am Barockaltar. Oder an die schön sanierte Orgel. Aber mit den reichen Gütern ist eigentlich etwas anderes gemeint, denn all das Kostspielige an unseren Kirchen macht uns ja nicht satt.

Wenn wir am 15. Juni das 275. Jubiläum unseres barocken Kirchenschiffes begehen, so kann manch einer selbst überlegen, was ihn oder sie in diesem Kirchraum gesättigt haben mag. Sicher gib es Kirchbesuche, die den Hunger der Seele nicht zu stillen vermögen, aber oft scheint es so zu sein, dass jemand „reiche Güter“ in Gottes Haus findet. Es gibt Menschen, die im Abendmahl ein „reiches Gut“ für die Seele finden, auch wenn ein Stück Brot und ein Schluck Wein den Leib eigentlich nicht satt machen. Manchmal sehe ich Menschen, die an einem Mittwochnachmittag unsere offene Kirche betreten, sich einen Moment setzen, einfach durchatmen. Neulich feierten wir Taufe mit einer Familie, deren sämtliche Vorfahren aus Sehnde stammten. „Wir sind alle hier getauft und konfirmiert“, sagten sie fröhlich und betraten den Kirchraum auch wirklich wie eine alte Heimat. So etwas ist schön, wenn Menschen sich in Gottes Haus wohl und zuhause fühlen. Wenn sie es verstehen, sich sättigen oder anfüllen zu lassen mit einem guten Geist, der Menschen in diesem Haus seit Generationen verbindet. In Gottes Haus können Menschen Trost und Frieden finden. Können Menschen ihr Glück und ihre Liebe feiern. Die intensivsten Stationen des Lebens werden oft mit diesem Gotteshaus verbunden, die satten glücklichen Stunden, manchmal auch Stunden des gemeinsam getragenen Leids.

Dass die Seele satt werde, dazu sind unsere Gotteshäuser da. Wo es nicht geschieht, da nützen uns neue Orgeln und neue Dachziegel nichts. Unsere Kirche feiern wir als einen Ort, an dem seit 275 Jahren Menschen aller Generationen gelacht, geweint, gebetet haben. Ein Ort, für den Menschen unseres Ortes schon einiges aufgewendet haben. Denken wir nur an den Förderverein, der mit einem immensen Spendenaufkommen viele schöne Dinge finanzieren konnte, zuletzt die Orgel. Es geht den Spendern sicher nicht nur um das Blattgold und die klaren Pfeifentöne. Sondern letztlich geht es mit allem, was wir äußerlich gestalten, sanieren und verschönern immer darum, dass Menschen in diesem besonderen Raum ihre Seele auftanken können, mal allein, mal in Gemeinschaft. Möge unsere Kirche auch in modernen Zeiten immer so ein Ort bleiben. Ein Ort an dem Kinder auf dem Boden kriechen, Jugendliche auch mal laute Lieder singen, Erwachsene eine Auszeit erfahren oder Ruhe finden. Ich wünsche uns allen, dass wir Gott und seiner Kraft in unserer Kirche begegnen.

Damaris Frehrking, Pn.

Gemeindebrief Nr. 179

2014 | Ausgabe 179 | März - Mai

10.05.2017 | 2,3 MiB

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Wen sucht ihr?

Wenn Ihr euch auf den Weg macht, ihn zu suchen dann sucht nicht hier. Sucht den Lebendigen nicht bei den Toten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden. Es ist der erste Tag der Woche. Es ist wieder Alltag. Ihr wisst, dass er die Menschen im Alltag traf. Sucht ihn dort, wo er bisher all täglich war, auf dem Weg nach Galiläa oder auf irgend einem anderen alltäglichen Weg . Ihr wisst, dass er mit den Hoffnungsvollen feierte. Dort sucht ihn und erzählt davon wie Hoffende Grenzen überwinden und Liebenden die Zukunft offen steht. Ihr wisst, dass er die Ungerechten ansprach. Dort sucht ihn und fragt nach dem, der den Schwächsten ihr Leben zugesteht und die Kleinen annimmt.

Ihr wisst, dass er die Selbstgerechten ansprach. Dort sucht ihn und fragt nach dem, der auf den Vater vertraut und selbst seinen Richtern vergibt. Ihr wisst, dass er den Verzweifelten Hoffnung gab. Dort sucht ihn und fragt nach dem, der vom Himmelreich sprach, weil alles in dieser Welt überwindbar ist. Ihr wisst, dass er den Trauernden Trost schenkte. Dort sucht ihn und fragt nach dem, für den Gott den Tod überwand damit er auf unseren Wegen lebendig bleiben kann. Wenn Ihr euch auf den Weg macht ihn zu suchen, und die Menschen nach ihm fragt, wird er euch bei den Menschen begegnen. Und den Menschen wird er durch Euch begegnen. Und euer Weg wird zu seinem Weg werden.

Meditation zu Lukas 24, 5 – 6 Uwe Büttner

Gemeindebrief Nr. 178

2013-2014 | Ausgabe 178 | Dezember - Februar

10.05.2017 | 3,4 MiB

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Advent - von Tina Wilms

Im Dezemberdunkel
Tappe ich meiner Sehnsucht hinterher.
So oft schon ins Leere gefasst.
Durch Löcher gestolpert.
An dornigen Zweigen mir
Das Hoffnungskleid zerrissen.
Da schweift am Horizont ein Stern.
Als suche jemand die Erde ab.
Als hoffe er, im Lichtkegel
Einen Verlorenen zu entdecken.
Einer hat sich auf den Weg gemacht - Zu mir.