Gemeindeversammlung 2019

Bericht des Kirchenvorstandes durch die Vorsitzende Heidrun Golenia

Heidrun Golenia, Vorsitzende des Sehnder Kirchenvorstandes
Heidrun Golenia, Vorsitzende des Sehnder Kirchenvorstandes

Liebe Gemeinde,

zu unserer Gemeindeversammlung möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen. Ganz besonders begrüßen möchte ich unsere Superintendentin Frau Preuschoff, die in der vergangenen Woche zur Visitation in unserer Gemeinde war. Man hat sie gesehen, wie sie mir berichtete. Man hat sie gesehen, Sie vielleicht auch? Den schwarzen Golf mit H-PS aber auch Frau Preuschoff zu Fuß?

Liebe Frau Preuschoff, schön dass Sie da sind und heute den Abschlussgottesdienst der Visitation mit uns gefeiert haben. Denn heute endet die Visitationswoche. Visitation bedeutet sozusagen einen geschwisterlicher Besuch seitens der Superintendentin. Hierbei wird gleichzeitig Bestandsaufnahme unserer Gemeinde gemacht. Gleichzeitig wird mit „mit Blick von außen“ auf unser Gemeindeleben geschaut. Danke für Ihren ausführlichen und so positiven Bericht gerade im Gottesdienst.

Das Jahr 2019 beginnt ganz anders als Sie und ich es gewohnt sind. Das haben Sie alle bereits gemerkt. Der Neujahrsempfang war in diesem Jahr nicht, wie gewohnt, an einem Sonntagvormittag im Gemeindehaus, sondern an einem Sonntagabend in Haimar. Die Veranstaltung war wirklich gelungen und viele haben auch den Weg dorthin gefunden, aber selbstverständlich bedeutet es eine Umstellung, wie Neues immer Umstellung bedeutet, Gewohntes zu verlassen. Der Neujahrsempfang wird auch wieder einmal in Sehnde sein.

Daher ist heute die Gemeindeversammlung verbunden mit dem Visitationsgottesdienst.

Aber ich möchte der Reihe nach beginnen.

Im vergangenen Jahr hatten wir KV-Wahlen. Der neue Kirchenvorstand ist Ihnen mittlerweile sicher auch schon etwas vertraut und arbeitet sozusagen bereits auf Hochtouren.

Bedingt durch den Antrag Pastor Büttners, der aus wichtigen persönlichen Gründen seine Arbeit reduzieren bzw. seine Arbeitsbereiche verändern wollte, wurde das sog. Senior-Junior-Modell Thema. Mit Pastorin Schnelle wurde dieses Modell dann auch im Mai letzten Jahres realisiert. Aber es kam dann doch alles ganz anders.

Das Gemeindeglied oder der KV denkt und die Landeskirche lenkt… nämlich den Blick auf die Nachbargemeinden Rethmar, Haimar Evern Dolgen, die mit dem Fortgang von Pastor Papst die dortige ¾ Pfarrstelle trotz mehrfachen Anlaufs nicht wieder besetzen konnte. Und wie schön, wenn 2 halbe Pfarrstellen im Kirchenkreis sind, kann man diese doch gleich in die Nachbargemeinden stecken. Gesagt getan. Aber auch das kann man anders gestalten, indem man eben nicht einfach die halben Stellen umlenkt. Unsere 3 Pastores, also mit Pastorin Frehrking als 3. im Bunde tat man sich zu einem Pfarrteam zusammen. Damit versorgen nun alle 3 auch alle 3 Gemeinden. Sicher haben Sie alle bereits bemerkt, dass wir dadurch immer wieder Wechsel in den Gottesdiensten haben, was ja auch ganz abwechslungsreich im positiven Sinn sein kann und auch ist. Ein jeder, eine jede hält den GD auf eine eigene Art ab. Das macht durchaus viel Freude, jedenfalls geht es mir so. So werden auch viele Veranstaltungen gemeinsam geplant, denn letztlich soll auch eine Arbeitsentlastung aus der Gesamtkirchengemeinde entstehen. Und wir setzen alles daran, dies für alle so akzeptabel wie nur irgend möglich zu gestalten.

Wir können nur froh sein, dass alle 3 Pastores sich dieser Aufgabe gestellt haben. Weder Pastor Büttner ist damit seinem Ziel der Entlastung so richtig näher gekommen, noch war Pastorin Schnelle mit dieser Aussicht zu uns gekommen. Sie haben die Herausforderung klaglos angenommen und tun wirklich ihr Bestes, um alles zu einem guten Gelingen zu führen.

Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde, die 3 sind wirklich ein sehr gutes Team, wie sie überhaupt eine ganz hervorragende Arbeit leisten. Es hätte ganz anders kommen können. Eines steht fest, dass wir sowohl quantitativ als auch qualitativ nie wieder so gut aufgestellt sein werden wie heute.

Wir können diese - ich sage mal extrem gute - Personalausstattung auch gut gebrauchen, denn der Weg in die Gesamtkirchengemeinde fordert sowohl die Hauptamtlichen als auch die Kirchenvorstände enorm heraus. Da heißt es, alle Kräfte gut zu bündeln, neue Strukturen finden und die Gemeinde mitnehmen auf diesem Weg, denn es bedeutet ja auch für Sie alle eine Herausforderung, die wir aber – da bin ich ganz sicher – gemeinsam schaffen.

Nun können Sie sagen, Sie haben doch Ende letzten Jahre in der Zeitung gelesen, die Kirchensteuern sprudeln wie noch nie trotz Mitgliederschwunds. Das hat mich sehr geärgert. Denn das klingt so, als würde die Kirche das Geld nur so raffen, aber unten kommt nichts an. So ist es definitiv nicht. Kirche kann nicht einfach Schulden machen wie der Staat und die Zukunft sieht einfach nicht so rosig aus. Gesamtkirchengemeinden werden die Regel werden. Gerade habe ich gehört, dass von den bisher 23 Pastorenstellen im Kirchenkreis über kurz oder lang noch 15 bestehen bleiben. Das hört sich nicht gut an und ist es auch nicht. Aber es wird schwierig, selbst diese Stellen zu besetzen, da auch der theologische Nachwuchs fehlt. Somit nehmen wir eigentlich etwas voraus, dass uns über kurz oder lang ohnehin übergestülpt würde. Und im Moment haben wir die Fäden in der Hand und können noch selbst planen. Glauben Sie mir, auch ich fände ein „weiter so“ durchaus wesentlich entspannter.

Um beim Personal – den Hauptamtlichen - zu bleiben: letztlich gehört auch Frau Meyer-Goedereis zu diesem Team, weil sie die Konfirmandenarbeit in Rethmar/Haimar übernommen hat, um den Pastores eine Entlastung zu bieten.

Und nun haben wir noch eine weitere Kraft auf Zeit in diesem Team, unsere Vikarin Frau Schweizer, die sich bereits nach kurzer Zeit gut in die Gemeinde und das Team hinein gefunden hat. Am 17. März wird sie übrigens feierlich im Gottesdienst begrüßt.

Um noch einmal kurz bei den Finanzen zu bleiben. Es gibt in unserer Nachbargemeinde den Verein Pastor vor Ort, der seinerzeit gegründet wurde, um ¼ Pastorenstelle zu finanzieren. Der Vereinszweck ist zwar nicht auf den Pastor vor Ort eingeschränkt, aber genau dieser Zweck wird auch nicht mehr finanziert. Die Gelder sind nun wichtig für die bereits erwähnte Diakonin. Nun werden Sie zu Recht sagen, gerade im Verein Pastor vor Ort in Haimar-Rethmar, was geht uns die Diakonenstelle an. Auf den 1. Blick eine verständliche Frage, aber zu kurz gedacht. Denn um alle seelsorgerischen Aufgaben zu erfüllen, ist die Stelle von Frau Meyer-Goedereis unentbehrlich, denn durch ihren Einsatz bei der Konfirmandenarbeit bleibt den Pastores mehr Zeit für all die anderen Aufgaben z.B. bei den Senioren. Daher ist es mehr als wünschenswert, dass auch die Menschen in Sehnde bereit sind, diesen Verein zu unterstützen. Er leistet einen wertvollen Beitrag zur Arbeit in der künftigen Gesamtkirchengemeinde.

Und da wir gerade bei den Thema Förderverein sind:

Der Förderverein der ev. Zum Hl. Kreuz Sehnde hat eine neue Satzung, die ihren Förderzweck auf das Gemeindehaus ausdehnt, um auch Menschen, die dem Gemeindehaus mehr noch als der Kirche verbunden sind, und auf die Förderung kirchlicher Musik, um damit seinem größten Projekt- der Erweiterung der Orgel, mögliche neue Organisten zu bescheren. Auch hier fand diese Erweiterung nicht allgemeine Begeisterung, aber es gibt bereits neue Mitglieder, denen dieser erweiterte Zweck entgegen kommt. Die Satzung ist bereits vom Finanzamt abgesegnet und im Dezember vom Förderverein beschlossen worden. Die notarielle Eintragung der Satzung ist auf dem Weg.

Einen Wechsel hatten wir auch im Orgeldienst. Frau Dultz hat und leider aus wichtigen Gründen verlassen und ist nach Celle gegangen. Es war eine gute Fügung, dass wir in Frau Kinder sozusagen sofort einen adäquaten Ersatz gefunden haben. Sie hat sich gerade auch der dadurch verwaisten Kinderchöre angenommen und bietet mittlerweile auch in unserer Gemeinde musikalische Früherziehung erfolgreich an.

Einen weiteren großen Verlust werden wir bereits kurzfristig zu verschmerzen haben. Frau Holler wird nach 25jähriger Tätigkeit bereits im Mai in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Ich denke, wir können noch nicht einmal ermessen, was dieser Verlust für die Arbeit in der Kirchengemeinde bedeutet. Am 12. Mai wird Frau Holler dann im Gottesdienst feierlich verabschiedet. Ich kann mir derzeit ein Pfarrbüro ohne Frau Holler noch gar nicht vorstellen.

Immerhin ist die Stelle seit kurzem ausgeschrieben und es gibt auch bereits eine Bewerbung.

Der Bastelclub hatte sein 40jähriges Bestehen und hat in diesen Jahren rd. 40.000,- Euro sozusagen zusammen gebastelt.

Der Mittagstisch, einst von Frau Verhoef ins Leben gerufen, unter Frau Hellberg fortgeführt und beliebt wie nie hat 20jähriges Bestehen.

Weitere Jubiläen hatten wir in der Bonhoeffer-Krippe:

Frau Riedel hatte ihr 40jähriges Dienstjubiläum, Frau Zeiher ihr 10jähriges.

Frau Rosa Meyer ist 50 Jahr bei den Silberdisteln, erst im Bonhoefferhaus, dem sie zu Recht sehr nachgetrauert hat, und jetzt im Gemeindesaal.

Wenn Sie sich wundern, dass im Gemeindebrief nur noch wenige hohe Geburtstage stehen, dann kann ich Ihnen sagen, das haben wir dem Datenschutz zu verdanken. Nur wenn Sie ausdrücklich zustimmen, steht auch Ihr Jubeltag wieder im Gemeindebrief. Ein entsprechendes Formular finden Sie im Gemeindebrief. Füllen Sie dieses gern aus und geben es im Gemeindebüro ab.

Die Friedhofsglocke wurde endlich am Ewigkeitssonntag eingeweiht. Dazu gibt es jedoch noch einen ordentlichen Wermutstropfen. Alle dachten, mit der Einweihung sei auch die Finanzierung abgeschlossen. Dies ist leider nicht der Fall, da noch Rechnungen hinzukamen, die niemandem bewusst waren. Somit haben wir aktuell noch einen Betrag von rund 8.000,- Euro offen, den es zu finanzieren gilt. Spenden sind daher nicht nur weiterhin willkommen sondern dringend erbeten und erwünscht. Das ist alles andere als erfreulich. Aber immerhin steht der Glockenturm und die Glocke erfüllt bereits ihren Zweck.

Wie Sie bereits in der HAZ lesen konnten, ist geplant, im Pfarrgarten ein Familienzentrum zu errichten. Wir sind da im Gespräch, weil insbesondere die Krippe aus dem Jugendzentrum in dieses Familienzentrum umsiedeln soll (und muss). Wir sind gespannt, wie es weiter geht.

Ein kurzer Werbeblock sei mir noch erlaubt:

Eine Orgelreise findet statt am 22. Juni durch alle Gemeinden unserer künftigen Gesamtkirchengemeinde.

Im Sommer findet wieder die Norwegenfreizeit statt. Dieses Mal vom 4. bis 20. Juli

Das Pilgern für Männer wird im Herbst fortgesetzt vom 14.-17. Oktober.

Hinzu kommt ein Angebot für eine Motorrad Pilgertour vom 9.-12. September

Einen Workshop gibt es im Gemeindehaus „Papa is a rolling Stone, eine Band-Workshop für Männer der Generation 50 plus vom 13.-15- September

Und die Klostereinkehrtage für Frauen finden vom 15.-17. November statt, dieses Mal im Kloster Drübeck.

Für alle Veranstaltungen sind „Neulinge“ immer herzlich wollkommen.

Ihnen allen sei Dank für den unermüdlichen Einsatz ehren- wie auch hauptamtlich -, ohne den eine Gemeindeleben, wie wir es hier leben, gar nicht möglich wäre.

Wie hat bereits ein berühmter Theologe gesagt: ecclesia semper reformanda es, die Kirche ist regelmäßig zu reformieren. Dieser Satz, der eigentlich in der Zeit der Reformation geprägt wurde, hat nach wie vor seine Gültigkeit.

Seien Sie behütet und bleiben Sie Ihrer Kirche weiterhin gewogen.

Wenn Sie jetzt weitere Fragen haben, können Sie diese gern stellen, wir werden versuchen, die Antworten zu geben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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