Orgelsanierung

 

Herztöne - eine Andacht

Herztöne - Wenn ich das Ohr an das Herz unserer Orte lege, dann höre ich das Tuckern der Schiffe auf dem Mittellandkanal, ich höre einen Bagger im Baugebiet und die schräge Musik des Schrotthändlers, der durch unsere Straßen kurvt. Ich höre das Schweigen der Angler, und das Brüllen auf dem Sportplatz. Ich höre die Glocken läuten und die Hunde bellen. Ich höre wie die S-Bahn bremst und wie sich der Rübenlaster über die Bundestraße wälzt.

Wenn ich das Ohr an das Herz der Advents- und Weihnachtszeit lege, dann höre ich das Flackern der Kerze auf dem Adventskranz und die Straßenmusikanten in der Fußgängerzone. Ich höre „Last Christmas“ im Radio und die altvertrauten Worte „Es begab sich aber zu der Zeit“. Ich höre die Glocke, die zur Bescherung ruft und „Stille Nacht“ im Gottesdienst.

Wenn ich das Ohr an das Herz meiner Mitmenschen lege, dann höre ich ihre Gebete. Dann höre ich, was sie Gott ans Herz legen. Ich höre, wie sie ihre Verstorbenen beweinen und sich freuen über das Neugeborene. Ich höre Streit in den Familien und den Wunsch auf Veränderung. Ich höre das Schweigen in diesen besonderen Tagen und die Hoffnung auf ein gesundes neues Jahr.

In Psalm 69 steht: „Die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.“ Im Advent suche ich meinen Gott und mache die Ohren weit auf. Ich horche auf die Herztöne in unseren Orten, auf die Herztöne der Advents- und Weihnachtszeit und auf die Herztöne der Menschen, die mir begegnen. In all diesen Tönen höre ich das Herz unseres Gottes. Es schlägt treu von Ewigkeit zu Ewigkeit. Darauf kann ich mich verlassen. Das belebt mein Herz an diesem Weihnachtsfest.

von Ricarda Schnelle. Aus dem Gemeindebrief “Zwischen den Kirchtürmen" der Gesamtkirchengemeinde Sehnde-Rethmar-Haimar – Ausgabe 01/2022

 

 

Lang lebe die Königin!

«Le roi est mort, vive le roi !» Mit dieser doppelsinnigen Formel wurde in Frankreich lange Zeit der Tod des alten Königs und die beginnende Amtszeit des neuen verkündet.

Auch wenn das Feudalwesen längst ausgedient hat, hat die Orgel – die als die Königin der Instrumente gilt – die letzten Jahrhunderte fast unbeschadet überlebt. Das heißt aber nicht, dass die Orgel weiterhin unangefochten über allen instrumentalen Klangkörpern thront. So fehlt es vielerorts u.a. deshalb an interessierten NachwuchsmusikerInnen, da es immer wenige spielfähige Exemplare gibt. Imposante Orgelbauten wie die Seifert-Orgel in der Klosterkirche Loccum, der man sogar ein kleines Krönchen aufgesetzt hat, suggerieren, dass sich die Königin bester Gesundheit erfreue.

Ein etwas detaillierter Blick auf die deutsche Orgellandschaft zeigt jedoch ein anderes Bild. Die Sanierungsbedürftigkeit vieler der fast 50.000 Orgeln hierzulande erweckt den Eindruck, die Regierungszeit der Orgel neige sich dem Ende entgegen. Ein erster Schritt, um dem Abdanken der Monarchin entgegenzuwirken, war die Ernennung der Orgelmusik und des Orgelbaus zu einem immateriellen Kulturerbe durch die UNESCO im Jahr 2017. In diesem Jahr würdigte man der Orgel mit Konzerten und Veranstaltungen und verlieh ihr den Titel des „Instrument des Jahres“.

Die Gesamtkirchengemeinde hat sich dazu entschlossen, die laufenden Bemühungen fortzuführen. Mit den umfassenden und warmen Klänge, die die Orgeln in unseren drei Kirchen und zwei Kapellen vielen Menschen an den zentralen Stationen ihres Lebens wie der Taufe, Konfirmation, Trauung oder Beerdigung   schenken,  bilden  sie  den Herzschlag des Gemeindegesangs. Vor allem die Orgeln in den Barockkirchen St. Ulrich in Haimar und St. Katharinen in Rethmar, die 1883 und 1886 von der Traditionsfirma Furtwängler & Hammer erbaut worden sind, benötigen jetzt unsere Aufmerksamkeit.

Eine Orgelspendenaktion soll helfen, diese beiden denkmalgeschützten Instrumente umfassend zu sanieren. Der Auftakt, der von Advent bis ins kommende Jahr hinein laufenden Spendenaktion wird ein Spendenbrief bilden. Auch die Gottesdienste und kirchlichen Feste des nächsten Kirchenjahres, von dem vorweihnachtlichen Zusammensein am 27.11. in Rethmar und der Sternenwanderung am 9.1. von Sehnde über die Passions- und Osterandachten, den Konfirmationen an allen Orten bis zum kommenden Erntedankfest, werden die Orgelsanierung begleiten.

Darüber hinaus wird es in den kommenden Monaten die Möglichkeit geben, einer Patenschaft für einzelne Orgelpfeifen in Haimar und Rethmar zu übernehmen. Durch gemeinsame Anstrengungen können die Orgeln Ende des nächsten Jahres hoffentlich in neuem Gewand erstrahlen und wir alle gemeinsam ausrufen: „Lang lebe die Königin!“

von Sebastian Hohensee. Aus dem Gemeindebrief “Zwischen den Kirchtürmen" der Gesamtkirchengemeinde Sehnde-Rethmar-Haimar – Ausgabe 01/2022

 

 

Nennen wir es "Herztöne"

von Christiane Krüger

Musik, du Trösterin in der Not
Du meine Seelenverwandte
Vertonst mein Inneres nach außen
Bist besinnlich, spendest Frieden

Musik, du meine Begleiterin auf allen Wegen
Gibst dem Gemeinsam seinen Klang
Lässt uns feiern, jubeln, jauchzen
Berauschst uns voller Glück

Vertonst unseren Glauben,
unsere Hoffnung,
unsere Liebe
Bist Klagelied, Choral auf unserer Weltenreise
Gibst unserem Leben einen Rhythmus
Du bist Herzschlag unseres Seins

von Christiane Krüger. Aus dem Gemeindebrief “Zwischen den Kirchtürmen" der Gesamtkirchengemeinde Sehnde-Rethmar-Haimar – Ausgabe 01/2022

 

 

Die Orgel - Ein Wunderwerk

von Inken Kinder

Ein Gedankenspaziergang mit
der Königin der Instrumente

 

 

Spendenaktion Herztöne - Orgelsanierung in Haimar und Rethmar

Die Orgeln in Rethmar und Haimar wurden in den Jahren 1883 und 1886 von der bekannten Traditionsfirma Furtwängler & Hammer erbaut. Bei beiden Instrumenten handelt es sich um seltene und denkmalgeschützte Kegelladenorgeln, die als gut erhaltene Zeugnisse der Orgelbaukunst der Jahrhundertwende gelten und sich durch ein romantisches Klangbild auszeichneten.

Leider erfuhren beide Orgeln in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gemäß des damaligen Zeitgeschmacks eine tiefgreifende Klangveränderung. Pfeifen wurden im großen Maßstab zurückgeschnitten und umgestellt, um eine hellere, neobarocke Klangfarbe zu erzielen.

Da glücklicherweise die meisten Originalpfeifen erhalten geblieben sind, können und sollen die Orgeln jetzt wider in den ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden, um die volle Klangqualität einer romantischen Orgel wieder zu beleben.

Wir freuen uns über jede Spende!

Wenn Sie uns bei der Orgelsanierung in Haimar oder Rethmar unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über Ihre Spende:

Spendenkonto

Evangelische Bank
IBAN: DE85 5206 0410 0000 0060 41
BIC: GENODEF1EK1

Gesamtkirchengemeinde Sehnde-Rethmar-Haimar + Sanierung Orgel Rethmar oder Sanierung Orgel Haimar.

 

Einfach spenden mit QR-Code


Spenden Sie online über http://twn.gl/rethmar-orgel
oder über den QR-Code für die
Orgel in der St.-Katharinen-Kirche in Rethmar.

 


Spenden Sie online über http://twn.gl/haimar-orgel
oder über den QR-Code für die
Orgel in der St.-Ulrich-Kirche in Haimar.