Halloween meets Reformation - Der Familiengottesdienst am Reformationstag
"Sei über 40 Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt, du bist schon tot!" singen wir gern im irischen Reisesegen. Ein Anklang an die Halloween-Legende vom alten Jack, den der Teufel nie gekriegt hat, weil Jack dem Kreuz vertraute. An dieser Stelle verbindet sich die Halloween-Legende mit Luthers reformatorischer Gewissheit, dass der "böse Feind keine Macht an uns finden" kann.
Bunt, fröhlich und ein bisschen schaurig ging es am 31. Oktober 2026 in der Kirche zum Heiligen Kreuz in Sehnde zu. Zum Familiengottesdienst unter dem Motto „Halloween meets Reformation“ kamen viele Kinder in farbenfrohen und gruseligen Kostümen und verwandelten die Kirche in einen ganz besonderen Ort.
Gemeinsam hörten wir Geschichten von Martin Luther. Er hatte vor über 500 Jahren den Mut, unbequeme Fragen zu stellen und für seinen Glauben einzustehen. Wer sich danach noch traute, konnte den gruseligen Kirchturm besichtigen. Für viele kleine Gespenster und Hexen war das ein echtes Abenteuer.
Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen. Der Überlieferung nach schlug er sie an die Tür der Schlosskirche. Darin kritisierte er vor allem den Ablasshandel, also die Vorstellung, man könne sich mit Geld von Sündenstrafen freikaufen. Luthers Überzeugung war, dass Gottes Gnade nicht käuflich ist, sondern uns geschenkt wird. Seine Thesen brachten eine Bewegung ins Rollen, aus der die evangelischen Kirchen hervorgingen. Der Reformationstag erinnert an diesen Aufbruch. In Niedersachsen ist er seit 2018 sogar gesetzlicher Feiertag.
Übrigens haben Halloween und Reformation mehr gemeinsam, als man denkt. „Halloween“ kommt von „All Hallows’ Eve“, dem Abend vor Allerheiligen. Genau diesen Tag hatte auch Luther gewählt.